Sind ätherische Öle für Babys und Kleinkinder geeignet?

Alles Wissenswerte über ätherische Öle für Säuglinge und Kleinkinder 

Geschätzte Lesedauer: 4:50 Min.

Husten, Schnupfen und Bronchitis – gerade die Kleinsten haben damit umso schwerer zu kämpfen, weil es wenige hilfreiche Arzneien gibt. Hier können ätherische Öle für Babys und Kinder Linderung verschaffen – doch Vorsicht, nicht jedes Öl ist für jedes Alter geeignet. Bei einer falschen Anwendung drohen im besten Fall leichte Hautreaktionen, in schlimmen Fällen können Krampfanfälle oder sogar Atemaussetzer der Fall sein2. In diesem Artikel erfahren Sie, wann ätherische Öle für Kinder ab welchem Alter angewendet werden können. 

Kurz und knapp

Definition: Ätherische Öle sind natürlichen Ursprungs. Sie werden durch bestimmte Verfahren aus Pflanzenextrakten gewonnen. Das Resultat ist ölig und enthält die Essenz der Pflanze. Ätherische Öle werden in Kosmetika oder Arzneimitteln verwendet.  

Ätherische Öle für Babys und Kinder: Bei Erkältungssymptomen können ätherische Öle unterstützend bei der Heilung wirken – doch bei Babys ist Vorsicht geboten. Säuglinge unter 3 Monaten sollten keine ätherischen Öle verwenden. Später sind milde Öle wie Lavendel oder Kamille in stark verdünnter Form nutzbar.

Sichere Anwendung: Mit einem Trägeröl verdünnte ätherische Öle können auf Duftsteine aufgebracht, zur Raumbeduftung oder als sanfte Brustbalsame genutzt werden.

Gefährliche ätherische Öle für Babys und Kinder: Finger weg von Eukalyptus, Pfefferminze, Kampfer oder Teebaumöl – sie können Atemnot oder Krämpfe auslösen. Bei versehentlichem Kontakt mit ungeeigneten ätherischen Ölen gilt: Haut abwaschen, frische Luft zuführen, viel trinken lassen und im Zweifel den Giftnotruf oder Notarzt kontaktieren.

Was sind ätherische Öle und welchen Effekt haben sie für Babys und Kleinkinder?

Ätherische Öle werden durch Destillation oder Pressung aus Pflanzenextrakten wie Blüten, Blättern, Rinden oder Wurzeln gewonnen. Ein solches Öl enthält die „Essenz“ der Pflanze – also Duftstoffe und Wirkstoffe, die auf Körper und Psyche wirken können. Sie sind ätherisch, da sie anders als fette Öle (z. B. für Salat), in der Luft flüchtig sind. Anders gesagt: Sie können verdunsten, riechen aber auch stark an der Luft. Ätherische Öle sind oft in Kosmetika oder auch Arzneimitteln enthalten.1

Bei ätherischen Ölen für Babys und kleine Kinder gibt es in unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten: von Massagen über Aromatherapie bis hin zum wohltuenden Bad bei einer Erkältung. Doch hier gilt größte Vorsicht, denn die Haut ist besonders empfindlich, die Atemwege sind noch nicht vollständig entwickelt und das Immunsystem reagiert sensibel auf intensive und unverdünnte Öle. Das heißt im Umkehrschluss, dass nur milde, gut verträgliche ätherische Öle verwendet werden sollten – am besten sind sie stark verdünnt und werden unter fachlicher Anleitung benutzt.2

Sanfte ätherische Öle für Babys und Kleinkinder

Es gibt eine Reihe von ätherischen Ölen, die unterschiedliche Wirkungen haben. Am bekanntesten und beliebtesten ist sicherlich die Anwendung bei Erkältungen. Doch nicht jedes ätherische Öl eignet sich für Babys und kleine Kinder. Die folgende vier gelten in verdünnter Form als verträglich, ab einem Alter von drei Monaten.

Symbolbild Lavendel
Symbolbild Zirbelkiefer
Symbolbild Thymian
Symbolbild Mandeln

* Vorsicht: Nicht zu verwechseln mit Thymian Thymol, der für Babys ungeeignet ist.

Ätherische Öle für Kinder – Ab welchem Alter sind sie geeignet?

Welches Öl für Babys am besten ist, richtet sich nach dem Alter. Grundsätzlich sind ätherische Öle für Babys geeignet, wenn sie älter als drei Monate sind. Bis zum Alter von sechs Monaten sollte sie trotzdem mit großer Vorsicht benutzt werden. Wenn ätherische Öle zum Einsatz kommen, am besten in homöopathischen Mitteln, sogenannten Hydrolaten (z. B. Lavendel- oder Rosenwasser) oder gering duftenden Pflanzenölen (z. B. Mandelöl).7

Nach dem 6. Lebensmonat können Eltern milde ätherische Öle benutzen, um etwa per Diffusor einen Raum zu beduften oder ein Aromabad zu befüllen. Danach wachsen die Auswahl und die Intensität der jeweiligen ätherischen Öle mit jedem Jahr. Ab dem Schulkindalter gelten ätherische Öle als unbedenklich. Daher greifen viele Eltern spätestens dann auf ätherische Öle bei einer Erkältung ihrer Kinder zurück.3

Unabhängig vom Alter des Kindes gilt bei jeder Anwendung:

  1. Nur naturreine Öle verwenden (keine synthetischen Duftstoffe)

  2. Keine direkte Anwendung auf Gesicht, Schleimhäute oder Brustwarzen

  3. Ätherische Öle außer Reichweite von Kindern aufbewahren

  4. Bei Unsicherheit: Kinderarzt oder Apotheker konsultieren

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Sanfte Pflege mit ätherischen Ölen für Babys (ab 3 Monaten) und Kinder mit unabhängig bestätigter Hautverträglichkeit durch das 5-Sterne-Dermatest-Siegel.*

* Die Fortolino® Pflegecreme wurde vom unabhängigen Institut Dermatest unter dermatologischer und pädiatrischer Kontrolle getestet und bewertet. Dabei wurde die Creme mit pflegenden ätherischen Ölen für Babys und Kleinkinder 4 Wochen bei Kindern von 0–3 Jahren angewendet. Der Test ging über die gesetzlich geforderte Dauer hinaus und ermöglicht eine genauere Aussage zur Verträglichkeit und Sicherheit auf zarter Baby- und Kinderhaut.

Warum keine ätherischen Öle für sehr kleine Babys?

Auf den ersten Blick haben ätherische Öle viele positive Eigenschaften und auch wenn sie natürlichen Ursprungs sind: Für Babys und Kleinkinder können sie gefährlich sein. Insbesondere für sehr junge Säuglinge unter 3 Monaten sind sie grundsätzlich nicht geeignet. Warum keine ätherischen Öle bei Babys benutzt werden sollten, liegt daran, dass ätherische Öle bei Neugeborenen einen sogenannten Stimmritzenkrampf auslösen können. Die Symptome umfassen akute Atemnot und blaue Verfärbung des Säuglings.4 Beobachten Sie eines dieser Symptome an ihrem Säugling, alarmieren Sie unverzüglich Notarzt.

Ätherische Öle sind nicht nur für die Allerkleinsten eine potenzielle Gefahr: Sogar für ältere Säuglinge oder Kleinkinder sind sie gefährlich. Denn kleine Kinder können auf hochkonzentrierte Inhaltsstoffe aus den Ölen mit Atemnot, Hautreizungen oder sogar Krampfanfällen reagieren.4 Der Giftnotruf steht für schnelle Hilfsmaßnahmen per Telefon bereit.

Typische Symptome einer Vergiftung durch ätherische Öle bei Babys und Kleinkindern sind:5

  • Geruch aus Mund oder Hautgeruch
  • Schreien/Weinen
  • Brennen der Schleimhäute
  • Lokale Rötung
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Undefinierte Bauchbeschwerden
  • Husten
  • Torkeln
  • Auffallende Müdigkeit oder Schläfrigkeit
  • Lallen
  • Verlangsamtes Verhalten oder auffallende Unruhe

Treten eines oder auch mehrere dieser möglichen Symptome nach einer Gabe auf, ist eine stationären Überwachung empfehlenswert.

Welche ätherischen Öle sind für Babys nicht geeignet?

Ätherische Öle für Babys sollten sehr mild sein, das gilt für ein Erkältungsöl für Babys ebenso wie ein Massageöl. Es gibt einige Öle, die durch ihren hohen Menthol- oder Kampferanteil nicht geeignet sind.6 Darunter fallen zum Beispiel auch solche, die während einer Erkältung bei Kindern oder Babys als Hausmittel bekannt sind:

  • Eukalyptus
  • Pfefferminze
  • Kampfer
  • Teebaumöl
  • Rosmarin
  • Salbei

Quellen

1 Chemie.de: Ätherisches Öl  (zuletzt aufgerufen am 9.9.2025)
2 Bundesinstitut für Risikobewertung (2008):  Fragen und Antworten zur Anwendung von ätherischen Ölen (zuletzt aufgerufen am 9.9.2025)
3 Beipackwissen (2002):  Ätherische Öle für Babys und Kinder mit Erkältung  (zuletzt aufgerufen am 9.9.2025)
4 Kinderärzte im Netz (2022):  Ätherische Öle eignen sich nicht als Heilmittel bei kleinen Kindern (zuletzt aufgerufen am 9.9.2025)
5 Uniklinik Freiburg (2005):   Warnung vor kindlichen Vergiftungen durch ätherische Öle!  (zuletzt aufgerufen am 9.9.2025)
6 Pharmazeutische Zeitung (2015):   Ätherische Öle: Für Babys und Kleinkinder gefährlich (zuletzt aufgerufen am 9.9.2025)
7 Kindgesund (2021):  Sichere ätherische Öle für Babys und Kinder (zuletzt aufgerufen am 15.9.2025)

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